Steinkauz-Projekt
Steckbrief

Wissenschaftlicher Name:
Athene noctua

Vorkommen:
Europa, Asien bis Nordchina, Nordafrika und Arabische Halbinsel. In Europa nordwärts bis England und Dänemark.
Größe: ca. 22 cm
Gewicht: 160-260 g
Flügelspannweite: 50-60 cm
Geschlechtsreife: im 1. Lebensjahr
Höchstalter: 15 Jahre

In der „Roten Liste” der gefährdeten Brutvögel Österreichs gilt der Steinkauz als „vom Aussterben bedroht”.

Aussehen

Mit seinen ungefähr 22 cm Größe ist der Steinkauz kleiner als eine Amsel. Der Steinkauz ist eine kurzschwänzige Eule. Sein Federkleid ist an der Oberseite dunkelbraun und mit weißen Flecken und Streifen versehen. Die Unterseite ist hell und breit dunkelbraun gestreift. Über den Augen hat der Steinkauz einen weißen Streifen. Er hat große gelbe, sehr auffällige Augen, die ihm einen koboldartigen Ausdruck verleihen. Die Stirn ist niedrig und flach.

Lebensraum
Steinkäuze lieben offene Landschaften in den Niederungen, Kulturlandschaften mit Obstgärten, Baumreihen oder Baumgruppen. Alte Obstbäume oder Kopfweiden sind gute Bedingungen für ihre Ansiedlung in wintermilden Klimalagen. Ungestörte Schlupfwinkel finden sie auch in alten Gebäuden und Scheunen. In Waldgebieten und Höhen über 600 m ist der Steinkauz nicht anzutreffen.
In Österreich war der Steinkauz früher ein weit verbreiteter und häufiger Brutvogel. Gegenwärtig liegen kleinere Verbreitungsschwerpunkte nur mehr in Niederösterreich und im Nordburgenland. Für den Restbestand im zentralen Marchfeld, werden seit langer Zeit im Großbereich der Greifvogelstation Hilfsmaßnahmen und Bestandsstützungen durchgeführt.

Lebensart
Dieses kleine Käuzchen kann man auch tagsüber beobachten, wenn es in der Sonne sitzt um sich zu wärmen oder am späten Nachmittag bei der Jagd. Die Hauptaktivität des Steinkauzes liegt in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht.
Steinkäuze sind lebhafte, ruffreudige Vögel. Warnen sie oder sind sie aufgeregt, hört man ein lautes „kwiiju”; bei Erregung knicksen die Käuzchen auf und ab.

Fortpflanzung
Steinkäuze leben in Dauerehe und halten gerne am einmal gewählten Brutplatz fest. Dieser befindet sich in Baumhöhlen, Schlupfwinkeln in Gebäuden oder angebotenen Nistkästen.
Der Balzruf des Männchens ist ein lang gezogenes „guhk”. Diesen Ruf hört man hauptsächlich im März und April, manchmal aber bereits im Winter.
Die Balzzeit dieses kleinen Kauzes ist zwischen Februar und Mai. Jährlich findet nur eine Brut statt. Die Eiablage erfolgt im April. Die 3--5, maximal 7 Eier werden im Abstand von zwei Tagen gelegt. Während der 22 bis 28-tägigen Brutzeit wird das alleine brütende Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Mit ca. 5 Wochen fliegen die Jungen aus, wobei sie noch einige Zeit von den Elterntieren mit Nahrung versorgt werden. Danach wandern sie selbständig aus dem elterlichen Revier ab.

Nahrung
Neben Feldmäusen, anderen Kleinsäugern und kleinen Vögeln ernährt sich der Steinkauz vor allem von Käfern, Regenwürmern und Insekten.
Die Erreichbarkeit der Nahrung ist nur bei niedriger Bodenvegetation und Vorhandensein von Sitzwarten gegeben.
Strenge Winter machen dieser kleinen Eule sehr zu schaffen.

Gefährdung
Das Vorhandensein von genügend Nahrung und geeigneten Höhlen, die sowohl als Brutplatz als auch als Tagesverstecke dienen, ist für die Siedlungsdichte des Steinkauzes ausschlaggebend.
Die Hauptursachen des Bestandsrückgangs sind Veränderungen und Zerstörung der Lebensräume. Die Intensivierung der Landwirtschaft führte zu einer Strukturverarmung der Landschaft. Durch Flurbereinigung wurde aus einer bäuerlichen Kulturlandschaft eine ausgeräumte Agrarsteppe, in der die Lebensmöglichkeiten für den Steinkauz weitgehend fehlen. In dieser intensiv genutzten Agrarlandschaft ist die Beutedichte geringer als auf den extensiv genutzten Wiesen und Weiden.
Durch die Rodung alter Obstbaumbestände, Kopfweiden und Einzelbäumen wurde das Höhlenangebot stark reduziert.
Weitere Verlustursachen sind Rodentizideinsatz und zunehmendes Vekehrsaufkommen.

Schutz- und Hilfsmaßnahmen
Habitatsverbesserungen durch Erhaltung oder Schaffung möglichst extensiv bewirtschafteter Grünland- und Ruderalflächen mit niedriger Vegetation: Wiesen, Weiden, Feldwegränder etc.;
Pflege noch vorhandener Kopfweidenbestände;
Das richtige Anbringen von künstlichen Nisthilfen, bei Mangel an geeigneten Nisthöhlen und alten Gebäuden, um das Nistplatzangebot zu erhöhen.