Geschichte
EGS-Östereich Verein für Eulen- und Greifvogelschutz
1975 wurden durch die Privatinitiative des Veterinärmediziners Dr. Hans FREY die ersten Gehege zur Unterbringung verunfallter und verunglückter Greifvögel und Eulen auf einem Privatgrundstück in Haringsee Marchfeld, NÖ errichtet. Bis dahin gab es keine kompetente und vor allem nicht auf kommerzieller Ausrichtung beruhende Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen.

Die ursprüngliche Bezeichnung der Zuchtstation Haringsee „Vienna Breeding Unit” wurde 2005 zu Ehren Dr. Richard Fausts in Richard Faust Bartgeier – Zuchtzentrum Haringsee umbenannt. Ohne seinen Weitblick und sein Vertrauen wäre diese Station und das gesamte, inzwischen erfolgreichste und größte europäische Wiederansiedlungsprojekt nicht zustande gekommen. Dr. Richard Faust war lange Zeit die rechte Hand von Prof. Bernhard Grzimek, dem legendären Vorreiter des Naturschutzes in Deutschland. Er leitete, nach dessen Tod die Geschicke der „Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V.”

Dr. Richard Faust starb im Jahr 2000. Er war ein ungewöhnlicher Mann, herausragend, nicht im Sinne eines öffentlich in Erscheinung Tretens sondern hinsichtlich seiner menschlichen Qualitäten. Eine liebenswert knorrige Rinde verbarg ein zutiefst mitfühlendes Wesen, das allem Lebendigen innigst verbunden war. Er widmete seine ganze Kraft dem Schutz frei lebender Tiere. Wir verdanken Richard Faust etwas sehr Wertvolles: sein großes Vertrauen in unsere Arbeit. Durch seine Jahrzehnte währende Unterstützung war es möglich dieses Zuchtzentrum für den charismatischen Bartgeier zu errichten und zu erhalten. Richard Faust war ein überaus bescheidener Mensch, ein weiteres Symbol seiner Größe. Wir wählten seinen Namen für dieses Zentrum, weil sein Weg auch für unsere Arbeit richtungsweisend sein möge.

Bis heute entstanden mehr als 70 Volieren und Gehege von 6 bis 200 m2 Größe mit einer Gesamtfläche von mehr als 3 000 m2, sowie 3 nicht überdachte Freigehege (ca. 1 500 m2) für flugunfähige Dauerpatienten. Die Konstruktionen und Einrichtungen sind den unterschiedlichen Ansprüchen der Pfleglinge angepasst, jedoch zum Teil auch als Universalgehege angelegt, um möglichst vielen Verwendungszwecken zu dienen. So können zum Beispiel Gehege, die für das Training zur Freilassung errichtet wurden zur vorübergehenden Unterbringung beschlagnahmter Großgreife herangezogen werden.
Der Tierbestand der Station beträgt im Durchschnitt ca. 300 Vögel 24 verschiedener Arten.

Zusätzlich sind noch 2 große Freigehege (1 000 m2 bzw. 2 500 m2 mit Teichanlagen) vorhanden, um beschlagnahmte Schildkröten (Europäische Land- sowie Sumpfschildkröten) Unterkunft zu geben.

An der Finanzierung und Erhaltung beteiligen sich:
  • das Institut für Parasitologie und Zoologie sowie
    die Univ. Klinik für Geflügel, Ziervögel, Reptilien und Fische der
    der Veterinärmedizinischen Universität Wien
  • die Frankfurter Zoologische Gesellschaft
  • der Nationalpark Hohe Tauern
  • die Stadt Wien
  • das Land Niederösterreich
  • Das Burgenland
  • das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten,
  • der Tiergarten Schönbrunn
  • der Alpenzoo Innsbruck
  • das Wassenaar Wildlife Breeding Centre
  • Wirtschaftstreuhänder und Steuerberatungskanzlei Mag. Kurt und Maria Kreith
  • der WWF Österreich
  • Mitglieder, Spender und Paten